Soziales Engagement
Passy Mahano, eine starke und ungewöhnliche Frau, hat in Eigeninitiative und ohne Unterstützung die Waisen in Rugari von der Strasse geholt und ihnen ein Heim geben. Wir haben im Februar 2016 Passy und die Kinder besucht und schreckliche Umstände angetroffen. 21 Kinder in 3 Betten, das Essen reichte nicht bis Ende Monat, das Haus zu klein, ein Loch im Boden war das WC. Seither wird das Waisenhaus von uns unterstützt und wir helfen, so gut es geht. Ein weiteres Gebäude konnte im Sommer 2019 fertig gestellt werden. Trotzdem sind die Verhältnisse eng, da Passy keine Kinder zurückweisen kann. Die Zahl der Kinder ist unterdessen auf 76 gestiegen. Die Stiftung hat inzwischen zwei Häuser in Rugari gemietet und sie renoviert, damit die wachsende Kinderschar gut untergebracht ist. Mit Hilfe von Christian Shamavu, unserem Projektleiter, kümmern wir uns um die Waisen von Rugari. Diese brauchen Nahrung, Kleider, Betten und Matratzen. Es mussten eine Toilette und eine Dusche gebaut werden (es gibt KEIN fliessendes Wasser und keinen Strom!). Kinder und Betreuer erkranken häufig und müssen ins Krankenhaus gebracht werden, was im Kongo relativ teuer ist. Die Lebensumstände haben sich für die Kinder gebessert. Die Kinder haben vier Mahlzeiten pro Tag, werden gut betreut und können alle in die Schule, was im Kongo nicht selbstverständlich ist. Gleichzeitig wird die finanzielle Belastung immer grösser. Die Kinderschar hat sich verdoppelt. Darunter mehrere Säuglinge, deren Mütter während oder kurz nach der Geburt gestorben sind.
Die Bevölkerungsdichte an den Grenzen des Virunga National Parks ist sehr gross, die Armut der Bevölkerung extrem. Schulbildung ist nicht garantiert, da sogar die Primarschule kostenpflichtig ist, was dazu führt, dass viele Kinder nicht zur Schule gehen können. Überall in den Dörfern sieht man Kinder und Jugendliche, die nicht die Schule besuchen. Inzwischen werden 80 bis 100 Kinder dieser Region von uns betreut. Unsere Angestellte Emilie Kajemundimwz besucht die Kinder in der Region und prüft, ob sie für unser Programm in Frage kommen. Die erstellte Liste wird dann vom regionalen Schuloberhaupt Jean Claude Murengezi geprüft. Danach werden die Schulkosten berechnet. Diese variieren jedes Jahr stark: Faktoren sind Schule, Schulstufe, Prüfungen etc…
Durch die Initiative der Ranger David Nezehose und Alvine Budo wurden wir auf die schrecklichen Umstände aufmerksam gemacht, unter denen die Pygmäen im Randgebiet des Parks leben. Wir haben beschlossen, die Pygmäenkinder ebenfalls in unser Programm aufzunehmen, um ihnen eine Chance im Leben zu ermöglichen. Um den Park auch langfristig zu schützen, müssen der Lebensstandard der Bevölkerung verbessert, die Schulbildung garantiert und Arbeitsplätze geschaffen werden. Die DodoBahati Stiftung widmet sich deshalb seit Jahren nicht nur dem direkten Schutz des Parks durch die Anti-Wilderer Hundestaffel Congohounds, sondern auch mehreren sozialen Projekten, insbesondere der Ausbildung und Förderung von Kindern und Jugendlichen.
Für die Jugendlichen im Grenzgebiet um den Virunga National Park gibt es wenig Möglichkeiten, einen Beruf zu erlernen, mit dem sie für sich und ihre Familie einen Lebensunterhalt verdienen können. Die Bevölkerungsdichte ist sehr gross, die Armut der Bevölkerung extrem. Das führt dazu, dass sich viele von ihnen aus Hoffnungslosigkeit kriminellen Gruppierungen anschliessen und kriminellen Tätigkeiten wie Wilderei, illegale Abholzung für den Holzkohlehandel, Raub, Diebstahl und Kidnapping im und um den Park nachgehen.
DodoBahati hat zur Förderung von arbeitslosen Jugendlichen in Rumangabo ein Haus gemietet und als Schreiner-Werkstatt eingerichtet. Zusätzlich wurden dort die Voraussetzungen für eine Schneider-Ausbildung geschaffen. Hier können nun Dorfjugendliche, darunter auch Pygmäen, eine sechs Monate dauernde Lehre zum Schreiner bzw. zur Schneiderin absolvieren. Die Lehre zum Schreiner oder zur Schneiderin ist in Rumangabo eine Neuheit. Es werden 60 Männer und 20 Frauen ausgebildet, davon 20 Pygmäen zum Schreiner und 10 Frauen zur Schneiderin (gemäss der im Kongo traditionell üblichen Zuordnung der Berufe), hiervon wiederum fünf aus der Gruppe der Pygmäen. Die Pygmäen müssen dafür in Rumangabo untergebracht werden, da sie nicht in der Nähe wohnen und kein Geld haben. Die DodoBahati Stiftung übernimmt für die Dauer der Ausbildung (6 Monate) die Miete für ein Wohnhaus, das Essen und die medizinische Betreuung der Lehrlinge. Die Kosten liegen bei 50 CHF/Monat Miete, 800 CHF für Essen usw.
Die Pygmäen (eine indigene Bevölkerungsgruppe) sind die Urbevölkerung oder «Ersten Bürger» der Demokratischen Republik Kongo. Wie die San in Südafrika unterscheiden sie sich physisch und genetisch von den Bantu Völkern. Sie sind klein und lebten bis vor kurzem als Nomaden in den Urwäldern als Jäger und Sammler. Durch die Ansiedelung der Bantu Völker und die heutige Schaffung von Naturreservaten, die Abholzung der Wälder sowie durch Kriege und Konflikte kamen diese Völker immer mehr in Not. Sie wurden umgesiedelt, ihre traditionelle Lebensweise verboten. Heute gehören sie zu den Ärmsten der Armen und besitzen oft nicht einmal das Nötigste.
Die Ranger der Congohound Hundestaffel wollen den Pygmäen des Gorilla Sektors im Virunga Nationalpark helfen, ihr Leben zu verbessern. Das geschieht
- durch Güter wie Töpfe, Decken, Planen für die Hütten, Lebensmittel
- Schulgebührenzahlungen, Schulmaterial, Schuluniformen
- Schreiner- und Schneiderlehre: Ausbildung, Material, Unterkunft, Essen
- Pacht von fruchtbarem Ackerland, Kauf von Kartoffel- und Maispflanzen, Schaffen von Saisonstellen für das Pflanzen und Ernten. Die Ernte kann die Bevölkerung ernähren und es kann damit gehandelt werden, um Lebensnotwendiges zu kaufen.
- Ranger Alvine, der die Berufslehre organisiert, möchte gerne in den beiden Hauptregionen der Pygmäen je eine Werkstatt einrichten, in denen die Ausgebildeten Arbeit anbieten können.
Unterbringung der Kinder im Waisenhaus zu Anfang
Die Schar der Kinder im Waisenhaus wächst stetig
Schulkinder im Unterricht
die Kinder der Pygmäen
Lehre zur Schneiderin
Lehre fürs Schreinergewerbe
Die Pygmäen lebten und leben z.T. auch heute noch in furchtbaren Zuständen
Abschluss der Berufsausbildung bei den Pygmäen